Bald ist meine Zeit hier leider vorbei.

Daher genieße ich gerade noch die letzten Tage in vollen Zügen. Da Nadine jetzt da ist habe ich das Projekt in Buterere quasi an sie „abgegeben“, um mich in den letzten Tagen noch voll auf die beiden Heime konzentrieren zu können, dessen Kinder mir am wichtigsten sind: Birashoboka und Uranderera. Ich mache natürlich fleißig meine Armbändchen weiter, was auch nach wie vor super ankommt und gerne gemacht wird (mittlerweile auch von den Kindern in Uranderera) nur mit der Motivation auch was für andere zu produzieren hapert es manchmal noch ein bisschen. Muss ich sie demnächst noch mal dran erinnern. Manche Kinder sind von den Exemplaren dann anscheinend auch so begeistert, dass schon zwei auf mysteriöse weise verschwunden sind….na ja.

Ansonsten ist die Zeit im Moment richtig schön intensiv und gerade in den letzten Monaten bin ich einigen Kindern noch ein ganzes Stück näher gekommen, habe mehr über ihre Geschichte, Probleme, Wünsche und ähnliches erfahren, was mich sehr gefreut hat. Insgesamt gehe ich jetzt ja auch ganz anders mit den Kindern um, als am Anfang, schon allein weil die Sprachbarriere (teilweise) überwunden wurde, weil man sich aneinander gewöhnt hat, weil man offener ist usw. usw. Manchmal ärger ich mich richtig, dass nicht alles am Anfang schon so war wie jetzt. Aber das geht natürlich nicht und man macht ja auch immer eine Entwicklung durch, aber trotzdem. Jetzt muss ich bald zurückgehen. Nach Deutschland zu den Deutschen. Auf Familie und Freunde freue ich mich natürlich, aber der Rest? Wird sich zeigen. Am 7.8 wird unsere Abschiedsfeier stattfinden. Wahrscheinlich in Birashoboka, wo wir mit den beiden Heimen und den Jungs, die schon in die wgs ausgezogen sind, zusammen feiern wollen : )

Daher jetzt nur diese sehr kurze Eintrag von mir. Mehr gibt’s noch mal aus Deutschland- ich werde die letzten Tage wie gesagt noch damit verbringen was mit den Kindern zu machen (Armbändchen, volleyball, malen oder ganz einfach nur reden) alle Leute noch mal zu besuchen, letzte Souvenirs kaufen und das Leben hier noch mal ganz tief einzuatmen.

Bis ganz bald.

Eure Kerstin

Meine Zeit in Tanzania war sehr schön. Wir sind von Muyinga direkt losgefahren, über die Grenze und nach Tanzania rein. Unsere Reiseroute führte uns von Mwanza über Arusha nach Lushoto, Tanga, Zanzibar und Dar Es Salaam. Kurz ein paar Schlagwörter zu unserer Reise: Postkarten-Strände, Marktgetümmel, „touristen-Fänger“, weite Masaaiebenen und atemberaubende Aussichten, schlechtes englisch, viel Gewürze, Staub, schlechte Straßen, lange Busfahren, große Muscheln, Palmen, etwas weniger Armut, Regenwälder, Affen, eine große Schildkröte beim Schnorcheln, mehr „muzungus“, viele Stehtoiletten, Rastas, Höhlenekundungen, exotische Früchte, traditionelle Medizin, Chipsis with egg, Kriegsverbrecher Tribunal, viele Künstler,…

Ich finde dass Flo und ich eine echt wunderschöne Reise hatten und werde bei gelegenheit vielleicht auch noch mal ein paar Fotos online stellen. Außerdem hab ich dem Flo noch mein Projekt in Muramba gezeigt und die umgebung dort, sowie bei unserer Ankunft in Buja mein Leben hier.

Jetzt habe ich auch schon wieder einige Projekte angefangen. Ich bringe den Jungs im Straßenkinderheim zB gerade bei wie man Freundschaftsbänder knüpft und bin wirklich begeistert. Die sind wirklich total intelligent und geschickt und manche verstehen schon nach kurzen Zugucken wie sie knüpfen müssen, damit sie das gewünschte Muster erhalten. Wir sind jetzt schon bei Armband nr. 5 und es macht wirklich Spaß das mit den Jungs zu machen. Vielleicht ist später auch ein Verkauf dieser Armbänder in Deutschland vorgesehen. Das Geld davon würde dann wieder in die Projekte einfließen und das wäre so eine echt gute Sache. Aber jetzt erst mal ist das nur für die Jungs selbst und die haben wirklich Spaß dran. Wenn ich das mit den Frauen (und auch den Kindern) aus Muramba vergleiche ist der Unterschied echt riesig: die haben nämlich überhaupt nicht gerafft wie das geht- da merkt man echt den Bildungsunterschied und auch den Willen etwas zu lernen und es auch mehrmals zu versuchen. Ok, die Kinder waren jünger, aber die Frauen….

Des weiteren bin ich im Moment auch öfter in einem anderen Armutsviertel Bujumburas: Buterere. Dort hat Verena jetzt ein neues recht großes Haus gemietet wo viele Projekte vereint werden: es wird ein Kindergarten eröffnet, Mikrokredite vergeben, ein „Heim“ für einige kleine Kinder werden, ein kleines Krankenzimmer zur Behandlung einiger Kleinigkeiten, ein Gemeinschaftsgarten (oder auch Feld) und später sollen noch aufklärungs- sowie Alphabetisierungskurse stattfinden. Dabei ist das große Ziel dieses Projektes die örtliche Bevölkerung soweit mit einzubeziehen dass das Projekt irgendwann selbst weiter existieren kann. Es sind die Frauen aus Buterere die im Kindergarten mithelfen, den Acker bewirtschaften, evtl. die Kurse halten oder sich gegenseitig Sachen beibringen und auch für die Sauberkeit sorgen. Dabei ist ein weiteres Ziel (vor allem auch bei der sexuellen Aufklärung) die Männer mit einzubeziehen und etwas an dem, von diesem Geschlecht so häufig an den Tag gelegten, Verhalten zu ändern. Ich bin mal gespannt wie das alles klappen wird. Auf den ersten Blick wirkten zumindest die Frauen alle sehr motiviert und gewillt loszulegen. Es haben sich für den Kindergarten auch schon 90 Kinder eingeschrieben sodass wir ab dem 2 Juli mit diesem beginnen werden. Jeweils zwei Gruppen: eine vormittags, eine nachmittags. Ruth und ich haben auch schon ein schönes Bild mit Elefanten, Nilpferden und Giraffen auf dem ein Kind reitet an die Kindergartenwand gemalt. Mal sehen.

Ansonsten ergibt sich im Moment auch irgendwie immer was, sodass ich eigentlich ständig irgendwas zu tun habe, aber das gefällt mir ganz gut so.

So waren wir z.B. auf dem Tag des afrikanischen Kindes von Don Bosco und haben ort der Vorstellung zugeguckt, auf dem Fest des Tages der Musik, Basteln hier oben im Heim, bei Ruth bei den Mikrokrediten, beim Fußballspiel der Straßenjungs, bei Clotilde Zuhause das Baby gucken usw. irgendwas ist eigentlich immer los. Dabei darf natürlich auch mein lernen nicht zu kurz kommen. Ich muss nämlich um an die Uni zu gelangen einen Test schreiben und bin so dabei mich fleißig auf Physik, Mathematik, Chemie und Biologie vorzubereiten. Das ist nicht immer so leicht, aber immerhin eine Chance im Vergleich zu dem Auswahlverfahren vorher, das nur über NC lief. Zwei andere Unis bieten zB auch noch Vorstellungsgespräche an.

Ansonsten ist nächsten Sonntag endlich ein Besuch bei Ciza (dem Trommellehrer der Straßenjungs) angesagt. Der hat ja während meiner Abwesenheit mit seiner Frau ein Kind bekommen das sie Ciziana(? Oder so ähnlich muss noch mal nachfragen)-Kerstin genannt haben. Da hab ich mich vielleicht gefreut als ich das gehört habe! Bin ich schon mal gespannt.

Unseren Rückflug haben wir auch schon bestätigt: wir fliegen am 8.8.2008 um 15.15 (wenn das mal kein tolles Datum ist…) und so langsam wird mir in manchen Situationen die schwindende Zeit doch immer mehr bewusst und es macht mich immer ein bisschen traurig bald nicht mehr ein teil dieses wundervollen ganzen zu sein. Wie lieb ich doch alle und alles hier gewonnen habe.

Ansonsten verfolgen wir hier natürlich auch die Europa-Meisterschaft und ich sag euch: Deutschland wird Europameister! Die Burundesen fiebern natürlich auch alle mit. Ist immer lustig mit denen in einer „Kneipe“ zu sitzen und Fußball zu schauen; die gehen fast noch mehr ab als wir…

Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr genießt die langen, lauen Sommertage!

Bis bald

eure Kerstin

Hallo ihr Lieben

meine Zeit in Muramba ist nun um. Eine spannende und schwierige und tolle Zeit, die mich vor einige Herausforderungen gestellt hat. Ich glaube ich habe alles ganz gut hinbekommen, man waechst tatsaechlich mit seinen Aufgaben: das Projekt hat immer besser funktioniert, die Leute haben sich ein wenig an den muzungu gewoehnt und ich habe viel ueber die burundischen sitten und braeuche und das Land selbst gelernt. Wir haben jeden Montag Aufklaerungskurse und breiverteilungen gemacht. Das heisst, dass Jeanne d’arc und regine ueber Malaria, Sauberkeit, Aids, falsche Ernaehrung und aehnliches referiert und mit den Leuten diskutiert haben. Ausserdem haben wir jeden Monatg das gewicht der kinder die brei benoetigen kontrolliert und falls es sich verschlechtert hat mit den eltern ueber die ursachen geredet und ihnen unsere hilfe angeboten. Ausserdem fand montags, wie an jedem wochentag (normalerweise allerdings nur vormittags) eine medizinische versorgung statt. Montags waren immer besonders viele Leute da: an einem Montag haben wir 75 Leute versorgt! Ansonsten haben wir uns um die bei uns aufgenommenen Frauene mit ihren Kindern gekuemmert. Es ist traurig, wenn man erfaehrt, wie all diese probleme entstanden sind und bei einigen sehr armen familien wird auch drigend eine hilfe danach benoetigt, da die menschen sonst wenn sie zurueck nach hause gehen nur wieder in den alten reislauf zurueckkehren und alles wieder von vorne losgeht. Wenn es keine langfrisige betreuung fuer solche faelle gibt, macht eine ernaehrungsstation meiner meinung nach keinen sinn. Deshalb hatten wir uns ja das Projekt mit den Mikrokrediten ueberlegt, was jetzt aber aufgrund der steigenden Preise und den damit zusammenhaengenden finanziellen schwierigkeiten der fondation stamm erstmal auf eis gelegt. Ich hoffe aber sehr, dass wir bald eine loesung dafuer finden und auch diesen wirklich sehr armen leuten helfen koennen. Ich war bei allen potentiellen Kandidaten fuer die Mikrokredite zuhause und habe gesehen wie ihre haeuser gebaut sind und wie schlecht sie ausgestattet sind. ausserdem kenne ich die frauen natuerlich persoenlich und weiss von einigen wie es soweit kommen konnte. Leider sind sie auch oft selbst an ihren Problemen schuld und daher haben wir uns auch gegen einige frauen entschieden. Eine frau hat zB einen mann, der sie rausgeschmissen hat als sie hochschwanger war, land und fast alle haushaltsgegenstaende verkauft hat und eine andere frau geschwaengert hat. diese andere frau hat dann dort in dem haus nichts essbares vorgefunden und ich kann mir vorstellen (auch wenn sie das bei uns im Centre nie offen gezeigt hat) dass sie die kinder der anderen Frau nicht akzeptiert hat. So ist das haeufig in Burundi. Viele Frauen kommen zu uns und nach und nach erfaehrt man solch eine geschichte. Kaum eine Frau, die nicht die zweite Frau ihres Mannes waere. Und dieses Kind von dem ich gerade sprach war unser schlimmster Fall. Riesige Oedeme an Fuessen, haenden und bauch und total abgemagert an armen und beinen. keine kraft zu stehen, irgendetwas selbst zu machen oder auch nur zu sprechen. Es war ein schoenes Erlebnis zu sehen, wie es dem kind stueckchen fuer stueckchen besser ging. Wie es anfing zu sprechen, sich gegen die fliegen in seinen augen zu wehren begann, schliesslich sogar lachte und alles (wenn auch sehr langsam as). Es lernte auch wieder das laufen, wie ein alter Mann ging es mit vom langen sitzen (wohl fuer immer) gekruemmten ruecken. Langsam. erst nur einen schritt (dann fing es an zu weinen, weil schon allein das stehen in seinen geschwaechten beinchen schmerzte) aber mit der zeit schaffte es immer mehr und mitlerweile kann es sogar ein paar schritte ohne stockl laufen. In Znahali (den ihr vielleicht von ruths blog als danny kennt, der dort auf dem foto mit ihr zu sehen ist und den ich sehr sehr lieb gewonnen habe) hat er auch einen einigermassen gleichaltrigen freund gefunden, der alle mit seiner Lebensfreude ansteckt. Es dreht sich mit der magen um, wenn ich daran denke, dass dieser kleine mann bald wieder in sein zuhause zurueck kehren muss wo die situation mitlerweile folgende ist: der Mann hat sich mit seiner zweiten frau, die er ja geschwaengert hat, nicht gut verstanden und dadurch, dass sein sohn mit der ersten frau bei uns hospitalisiert ist, ist er der ersten frau wieder naeher gekommen. Diese, die er ja hochschwanger rausgeschmissen hat(!) ist jetzt wieder zu ihm zurueckgekehrt (der uebrigens den ruf als banditen hat) und jetzt lebt er mit zwei frauen in einem haus, die sich nicht leiden koennen und von der einen frau weiss ich obendrein noch, dass sie ne ganze menge andere gedanken im kopf hat als nur ihr kind. Sie hat ihm sogar ihre kette geschenkt, die wir zusammen gebastelt hatten. Wie kann man nur so daemlich sein zu so einem mann zurueckzukehren, der einen rausgeschmissen hat waehrend man hochschwanger war und der das eigene kind fast verrecken lies?

Ansonsten habe ich noch einige andere Kleinigkeiten gemacht, wie einen gemuesegarten agelegt, den wir auch bald nutzen konnte, projekte wie malen, fussball, mikado (o.ae.), ketten, moskitonetze befaestigt, zaeune aus aesten gebaut, brennholz im wald gesucht, beim essen kochen geholfen und ihnen auch mal den deutschen cappuccino oder tuetensuppen gezeigt, die meine mutter mir mal geschikt hatte, die fensterlaeden und tueren noch von aussen mit blumenranken und schmetterlingen bemalt und innen noch monde und sterne hinzugefuegt, seifnblasn, luftballons, einkaeufe auf dem woechentlichen sonntagsmarkt (wie auch der woechentliche kirchenbesuch), viel mit danni gekuschelt und gespielt und natuerlich auch viele ausfluege in die umgebung gemacht um was von land und leuten zu sehen. Da sind wir zB einmal 5 std (2,5 hin und 2,5 std zurueck) zu einer frau gelaufen, die bei uns aufgenommen war um ihr haus zu besuchen und zu sehen wie sie so lebt (auch fuer die mirkrokredite) man das war ein marsch ueber stock und stein und echt weit und mitten in der pampa. Echt bewundernswert, was fuer strecken hier die leute zu fuss zuruecklegen und dann auch noch mit den wunderlichsten sachen auf dem kopf!
Jetzt wird die Ernaehrungsstation wieder geschlossen, weil wir festgestellt haben, dass es keine schwer unterernaehrten kinder mehr gibt. wir waren auch bei den anderen ernaehrungsstationen in der naehe und diese haben die feststellung bestaetigt. Das ist toll fuer die leute. Zwar ist der hunger immer noch gross aber dank vieler aufpaepplungsprodukte verschiedener organisationen sind die faelle nur noch mittel schwer (wobei man natuerlich nie weiss, wie es ganz tief im landesinneren aussieht, viele kommen vielleicht auch nicht weil sie ihre felfer bestellen muessen oder aehnliches oder sich nicht viel davon versprechen oder sich ihrer lage nicht bewusst sind. als wir zB decken und moskitonetze verteilt hatten, kamen direkt mal 2 leute, die wir haetten aufnehmen koennen und das nachdem wir drei wochen nach solchen leuten gesucht haetten) ich hoffe dass die lage in burundi jetzt nicht wieder schlimmer wird, da der regen ausgeblieben ist. Die sonne hat die ganze (oder zumindest einen grossen teil) der Bohnenernte verbrannt und da sowieso im moment alle Preise ins unermeeeliche steigen wird dies, so glaube ich, noch ein immenses problem fuer das land und seine bewohner werden. Viele Menschen werden sterben, wenn es wirklich so drastisch wird, wie viele befuerchten. Im moment bin ich ja in tanzania und hier regnets jetzt und man sagte mir, dass es in Burundi auch regnet. Ich weiss nicht ob es schon zu spaet war, oder ob man noch was retten kann. Wir werden sehen. Aergerlich finde ich die einstelung der leute aber trotzdmem. Wie oft habe ich gehoert: oooh, wir werden alle sterben, aber die europaeischen hilfsorganisationen werden kommen und uns helfen… Aber so wird sich langfristig nichts aendern. Man kann nicht still sitzen bleiben und die haende aufhalten, damit jemand kommt und etwas reintut, man muss selber arbeiten, um etwas zu erreichen. Man muss sich bilden, hart arbeiten und auch mal was neues ausprobieren. Sonstv entwickelt sich NICHTS weiter. Auch europa war mal arm, jedes land hat klein angefangen, auch wenn sich die burundesen manchmal schwer vorstellen koennen.
Nunja, meine zeit war jetzt auch gekommen. Es war ene tole erfahrung und die absolut richtige entscheidung dieses projekt zu machen und so viel uebr die menschen, ihre denkweise und ihre kultur zu erfahren. Am Ende hatte ich aber auch genug davon, nach 3 monaten immernoch wie ein exotisches tier angestarrt und IMMER angebettelt zu werden. Ich habe gemerkt, dass ich schon eine richtige barriere und abwehrhaltung gegen manche leute aufgebaut habe (ist mir hier in Tanzania aufgefallen) und das sollte ja auch nicht sein. Die Ernaehrungsstation wird uebringens im Juni-Juli nach Cankuzo umziehen und dort das Projekt fortsetzen, weil es dort (aufgrund der vielen Fluechtlinge aus Tanzania) wohl noch grossen Bedarf gibt.
Ich werde jetzt noch 3 wochen hier in Tanzaniavebringen und wir werden hoffentlich noch besseres wetter bekommen als es im moment ist. Regen :/ Naja mal auf das beste hoffen und wenn Gott so wil und die Priester in Muramba fleissig fuer mich beten…wer weiss.
Wir werden sehen.
das wars fuers erste von mir, wenn euch irgendwas besonders interessiert koennt ihr mir ja nochmal einen hinweis geben, ich weiss nie so richtig was die leute in deutschland interessiert.
Macht euch ne schoene zeit,
eure Kerstin

So, nun bin ich schon seit dreieinhalb Wochen in Muramba, einem kleinen Doerfchen im Norden Burundis. Der Unterschied ist auch nicht zu uebersehen: waehrend in Bujumbura der Fortschritt offensichtlich ist, fuehlt man sich hier machmal ins mittelalter zurueckversetzt. Ich Arbeite jetzt auf der schon angekuendigten Ernaehrungsstation, zusammen mit einer Krankenschwester aus Deutschland, Monique. Wir haben im Moment 7 unserer Betten belegt mit Kwashiokor oder schlicht unterernaehrten Kinder und ihren Muettern, oder, falls diese schon gestorben sind, ihren etwas aelteren Bruedern, die sich um ihre kleinen geschwister kuemmern muessen….Jeden Tqg werden die Kinder gewogen und es wird geguckt ob die, haeufif durch ihre geschwaechten Koerper und dem Dreck in dem sie leben verursachten Krankheiten besser geworden sind. Dennoch ist der Andrang im Moment noch nicht so gross wie im Jahr vorher, was daran liegen koennte, dass im Moment die Zeit zum Anpflanzen der Bohnen und des Hauptgemueses Lenga-Lenga ist und somit die Frauen keine Zeit haben zu kommen. Ausserdem muessen wir uns klar von einer Krankenstation abgrenzen, wir sind fuer die Ernaehrung zustaendig und nicht dafuer da kostenlose Medikamente an die ganze Welt zu verteilen. Alles gewinnt langsam seine Form und ich hoffe, dass die Aufgabenbereiche und Strukturen noch deutlicher werden. Als einzige Muzungus in der Pampa sind wir natuerlich DIE Attraktion. Wenn wir auf den Markt gehen (der uebrigens nur einmal die woche ist und es schwer macht sonst irgendwie an Nahrungsmittel zu kommen) folgt uns eine riesige Traube von Menschen. Auch wenn wir sonst wohingehen, oder vorbeigehen; immer bekommt man eine extra grosse Portion Aufmerksamkeit, alleine ist man fast nie. Ausserdem ist hier das Vorurteil, dass alle Muzungus reich sind noch staerker verbreitet und so erlebt man immer wieder, dass sie einen um Geld, Klamotten ect anbetteln. Auch die Leute, die wir aufgenommen haben und auch die Kinder. Das ist echt nicht einfach, weil man sich immer schlecht fuehlt: einerseits enttaeuscht, dass sie doch nur das Geld wollen und anderereseits kann man sie auch verstehen/ diese Menschen sind wirklich arm, sie haben NICHTS. Sogar das Projekt mit den Mikrokrediten wird schwer, weil es kaum Leute gibt, die das Geld haben irgendjemand was abzukaufen… wir SIND reich. auch wenn man das in Europa nicht behaupten kann. Hier stimmt es. Und Freunde wird man hier keine finden, denke ich, oder nur schwer. Wohnen tun wir bei den Priestern, in einer schoenen Klosteranlage, die einem quch die Moeglichkeit eines Rueckzugsortes bietet. Wir Fruehstuecken auch mit ihnen und sie sind beide echt nett und zuvorkommend, man fuehlt sich schon aufgehoben. Allerdings stehend auch Leute die vom Teufel besessen sind oder aehnliches auf der Tagesordung, der Glaube hier hat sowieso eine starke macht.

Ich koennte noch laenger weiterschreiben, doch meine Zeit hier ist bald um.

Ich druecke euch, lasst es euch gut gehen und geniesst den Fruehling (hier faengt die Regenzeit an ihgitt.)

eure Kerstin

bild-flyer

Hier gehts zum Flyer!

In den letzten Wochen ist so viel passiert, dass ich erst jetzt die Zeit finde darüber zu berichten. Wir haben Weihnachten, meinen Geburtstag, den Besuch meiner Mutter und Silvester gut hinter uns gebracht und sind somit freudig und erwartungsvoll in ein neues Jahr gestartet… was es wohl bringen mag?
Weihnachten mit so vielen Kindern zu feiern war eine stressige, aber gleichzeitig auch sehr schöne Angelegenheit. Die Weihnachtsfeier war auch in jedem Heim anders. Dank ihrer Spenden konnten wir jedem Kind hier eine schöne Weihnachtsfeier ermöglichen. Wofür wir das Geld genau verwendet haben, können Sie auf dem Dankesflyer nachlesen, den Ruth und ich entworfen haben und den ich demnächst auch online stellen werde. Mit den Kindern aus unserem Heim haben wir gewichtelt. Das haben wir so organisiert, dass jedes Kind einen Zettel mit dem Namen eines anderen Kindes aus dem Heim ziehen musste, für das es ein Geschenk aussuchen sollte. „ein Geschenk aussuchen“ heißt in diesem Fall, dass wir bei Verena im Keller einen großen Tisch aufgestellt haben, auf dem wir Kleidungsstücke aller Größen ausgebreitet haben.  Die Kinder durften dann jeweils 2 Kleidungsstücke, einen Stift, ein Kuscheltier und ein Haarshapoo, eine Creme oder Ähnliches für denjenigen, den sie gezogen hatten, aussuchen. Wir haben dann jeweils noch einen Slip und eine Ritter Sport Schokolade aus Deutschland mit dazu getan und das Päckchen zusammen geschnürt. Ausserdem sollte jedes Kind ein Bild oder einen Brief für die entsprechende Person malen, sodass die Aktion noch in bisschen persönlicher wurde. Die Feier war dann auch wirklich sehr schön: wir haben die Terasse mit Laternen, Servietten, und kleinen glitzernden Sternchen dekoriert und an die Wäscheleinen dort auch Strohsterne gehangen. Dann haben wir erst gemütlich alle zusammen gegessen: Reis mit Sombée, Bohnen, Fleisch und natürlich Fanta. Danach haben wir die Kisten mit den geschnürten Paketen geholt und die Kinder einzelnd nach vorne gerufen, die ihr Geschenk zusammen mit dem Bild dann demjenigen übergeben haben, den sie gezogen hatten. Das war eine echt tolle Sache, da sich die Kinder, die ja auch eine große Familie sind, mal gegenseitig etwas schenken konnten. Je nachdem, wie gut die Kinder ihren den Namen, den sie gezogne hatten, geheim gehalten hatten, war auch die Überraschung bei der Übergabe größer du das Geschrei und Gejubel umso lauter. Es war echt schön zu sehen, wie viel Spaß die Kinder hatten. Auch im Nachhinein hat sich fast niemand bei uns beschwert, dass sie irgendwelche hässlichen oder nicht passenden Klamotten bekommen hätte: sie haben alle gut ausgesucht und kennen sich gegenseitig wahrscheinlich auch am besten. Auch haben wir noch die Kekse verteilt, die wir im Voraus zusammen mit den Kindern in mehreren Fuhren bei uns in der Küche gebacken hatten. Die sind auch echt gut geworden, dafür dass unser Ofen eine leichte Macke hat, und wurden glücklich gegessen. Danach haben die Mädels noch für uns getanzt. Die haben es hier auch echt drauf (mittlerweile haben wir ja ein bisschen den Vergleich) sie haben viel mehr Pepp als die meisten anderen. Der Abend ist dann mit Benoits großer Stereoanlage, burundischen Hits und tanzenden Kindern ausgeklungen…

Silvester gab es eine große Party im Chez André. Wir haben auch alles schön dekoriert und ein DJ hat  tanzbare Musik aufgelegt. Bleigiessen haben wir auch gemacht, da meine Mama ja zu Besuch da war und das extra für uns mitgebracht hat. Ist ja auch echt lustig, was zum Teil als Erklärung der aus Blei gegossenen Kreationen angegeben wird. Bei aussagen wie „Sie werden gemolken“ oder ähnlichem fragt man sich doch, wie genau man das zu verstehen hat… Die ersten Gäste kamen erst um kurz vor 12, dann aber reichlich und wir sind bei ca 25 Grad unter Palmen und mit Champagner ins neue Jahr gestartet. Die restlichen Tage habe ich damit verbracht meiner Mutter Burundi, und was wir hier so machen, zu zeigen und ein bisschen näher zu bringen. Sie findet es auch toll und total anders als Deutschland und das leben dort (ich muss zugeben, dass ich die Unterschiede oft gar nicht mehr so wahrnehme) und sagt, dass sie jetzt alles was ich ihr erzähle oder schreibe viel besser nachvollziehen und sich vorstellen kann. Das stimmt auch wirklich: man kann die Welt hier gar nicht wirklich beschreiben, man muss sie gesehen haben. Wir haben mit meiner Mama auch eine Ladfahrt gemacht, während der wir noch mal Ngozi und Muyinga besucht haben. Dabei haben wir auch die Ernährungsstation noch mal besichtigt und eine kleine Bestandsaufnahme davon gemacht, was noch alles da ist. Wie es aussieht können wir den Betrieb auf der Ernährungsstation wirklich Ende Januar dank Ihrer Spenden wieder neu aufnehme. Ich werde dann auch dort arbeiten und wohnen und werde hoffentlich in der Lage sein, dass alles gut regeln zu können, neu Projekte initiieren zu können und vielleicht auch medizinisch (im Hinblick af mein Studium) schon was dazu lernen zu können. Es wird bestimmt nicht leicht, da ich die Sprache der Menschen dort nicht spreche und mit sehr viel Armut konfrontiert werde, aber eigentlich ist es genau das, was ich immer wollte.
Dann haben wir leider auch och einige traurige Neuigkeiten zu vermelden: Eine Mutter aus dem Mutter-Kind-Heim ist an AIDS gestorben. Die Medikamente hatten bei ihr nicht angeschlagen und sie war auch vorher schon lange Zeit im Krankenhaus- trotzdem kam ihr Tod überraschen. Zurück bleibt der kleine Kenny, ihr 2 jähriger Sohn. Er konnte ihren Tod nicht wirklich begreifen oder fassen und hat wahrscheinlich nur die Bestürzung und Traurigkeit der Menschen um ihn herum gespürt. Als er seine Mutter noch in letztes Mal gesehen hat, dort in der Kühlkammer des Krankenhauses, ihr ein kleines Kreuz auf die Stirn malte und leise „bye“ sagte, wusste er wahrscheinlich nicht, dass das das letzte Mal war, dass er sie sieht. Was jetzt wohl aus ihm werden wird?
Ausserdem wurde bei zwei Jungs bei uns aus dem Heim auch ein Aidstest gemacht: positiv.  Die in Afrika so häufig vorkommende Krankheit wird mir immer bewusster. AIDS. Nicht mehr nur noch 4 Buchstaben, sondern allgegenwärtig.

p.s. wer eine kleine Impression von unserem Weihnachtsfest bekommen möchte, sollt sich die Diashow auf www.burundikids.org ansehen!

Mitlerweile haben wir angefangn uns langsam auf die Weihnachtszeit einzustimmen… So haben wir z.B. für die Kinder einen riesigen gebastelt.
Dafür haben wir auf eine große Holzplatte die Umrisse eines Sternes gemalt, bei dem die Zacken noch über das Holz hinaus gehen und den Rest als hellblauen Himmel bestricken und mit vielen kleinen goldenen, silbernen und blauen glitzer Sternen beklebt. Er ist echt schön geworden unser Kalender und jedes Kind hat ein von uns gepacktes Säckchen bekommen, mit einer Zahl und seinem Namen drauf in das wir immer jeweils einen Stift, einen Luftballon, Süßigkeiten, Glitzersternchen und zwei andere größere Sachen gesteckt haben (z.B. ein kleines Figürchen oder ein kleiner Ball oder ein Leuchtstern oderso). Ist echt schön geworden und die ersten Kinder haben auch schon freudig ihr Päckchen ausgepackt :)
Leider gibt es ein paar Kinder, die sich nicht beherrschen können und schon vorher in die Säckchen gucken und schon die Bonbons rausnehmen oder auf einmal ganze Säckchen verschwinden, die dann irgendwann leer und mit Erde vollgematscht wiederauftauchen… Das ist schade, aber irgendwie müssen die Kinder sich da auch ein bisschen selbst disziplinieren, weil wir nicht die Säckchen immer neu auffüllen können, auch wenn es so vielleicht die falschen trifft, die dann nichts haben.
Dann haben wir noch eine Bastelaktionen gemacht und eine „Laterne“ aus alten Marmeladengläsern und Transparentpapierschnipsel, ein Sternenmobile und Weihnachtsengelchen gebastelt. Da waren die Kinder auch immer voll freudig dabei und es ist immer wieder süß zu sehen, wie lieb, aufmerksam und ruhig alle aufeinmal werden, wenn man sich mit ihnen beschäftigt.
Jetzt müssen wir langsam in unserer Weihnachtsgeschenkplanung Entscheidungen treffen und sie dann in Auftrag geben. An dieser Stelle möchte ich mich schonmal bei allen bedanken, die sich so toll engagiert haben, sodass wir bis jetzt 6000 Euro zusammen bekommen haben. Ich hätte nie mit so einer unglaublichen Resonanz gerechnet und bin hellauf begeistert von der vielen Unterstützung und em Rückgrad den wir aus Deutschlan bekommen. Vielen Dank dafür! Da jetzt so viel Geld zusammen gekommen ist, können wir nicht alles für Weihnachtsgeschenke verwenden. Wir werden ca 1000 Euro für Geschenke ausgeben und den Rest in die Wiedereröffnung und Weiterführung der Ernährungsstation stecken. Ein sehr sehr sinnvolles Projekt, wie ich finde, das vor einigen Monaten aufgrund von Geldmangel geschlossen werden musste. Die Ernährungsstation befindet sich im Norden des Landes, in Muyinga und ist wirklich mitten in der Pampa. Die Armut auf dem Land ist groß und der Fortschritt gering. So kommt es das es viele unterernährte Menschen gibt, die kaum eine Möglichkeit haben sich selbst zu helfen. Gerade für Frauen mit Babys/Kindern ist es oft sehr schwer diese zu versorgen, da sie selbst so unterernährt sind, dasss sie keine Milch mehr für ihre Kinder besitzen und diese daher nicht ernähren können. Verena hat aber dort im Landesinneren eine Station aufgebaut, in der einige Frauen zuschlupf finden können und an weitere Frauen brei verteilt werden kann, der sie und ihre Kinder versorgt. Ausserdem ist immer mindestens eine Krankenschwester vor Ort, die die Entwicklung des Kindes (und auch der Mutter) im Auge behält und die Kranken behandeln kann. (sollte dies hier ein Arzt aus Deutschland lesen, der Lust hat einige Wochen auf dieser Ernährungsstation zu arbeiten und Kranke zu versorgen, ect. wäre das ganz toll und er soll sich doch bitte bei mir melden!) Ich selbst werde auch ab Ende Januar einige Wochen dort verbringen, helfend zur Seite stehen, vielleicht mit Verena ein neues Projekt mit Mikrokrediten dort anfangen, schonmal medizinische Einischten für mein Studium gewinnen und auf jeden Fall noch die andere Seite von Burundi kennenlernen. So werde ich auch versuchen euch dann regelmäßig auf dem laufenden zu halten, was so auf der Ernährungsstation passiert, die Dank eurer Hilfe jetzt endlich wieder aufgemacht werden kann und so vielen Frauen und vorallem Babys helfen wird zu überleben. Allerdings könnte das etwas schwierig werden mit den regelmäßigen Informationen, da es keinen Strom ( und fliessend Wasser) gibt und ich immer erstmal zur nächst größeren Stadt kommen muss, die ca 1 std Autofahrt von dort entfernt ist. Aber ich werd mir Mühe geben :)
Ansonsten gibt es hier eigentlich nicht viel neues. Verena hat ein neues Straßenkinderprojekt angefangen, für das Nadine, Bienvenue und Clotilde auf die Straßen gegangen sind, Kinder befragt haben und sie letztendlich zu uns ins Heim gebrahct haben, um ihnen hier erstmal ein besseres Leben sowie Schulbildung zu ermöglichen. Das Ziel ist es, sie in ihre Familien (soweit noch vorhanden) zurückzuführen und ihnen mit Mikrokrediten ein eigenständiges Leben anzubieten. Dadurch gibt es jetzt auch ein Projekt für Straßenmädchen, für die Verena ein haus im Stadtinneren gemietet hat und das im Moment fleissig renoviert und herausgeputzt wird. Ausserdem ist Sonntag noch eine neue Freiwillige aus Potsdam angekommen, Louisa heißt sie. Sie wird voraussichtlich erstmal drei Monate bleiben und dann noch ein jahr verlängern, wenn möglich.
Martina, unsere Vorsitzende von Burundikids, war auch für knapp eine Woche zu besuch in Burundi und hat sich angeguckt wie die Projekte alle so laufen, wie der Schulbau bzw. der Bau der Gesundheitsstation (für eine Ausbildung zum medizinisch-pharmazeutischen-technischen Assistenten oder wie das nochmal heißt, mir ist das Wort gerade entfallen…) so vorangeht und wie die Stimmung so im Allgemeinen ist und was wir für die Zukunft planen. Es war ein lustiger und Früchte tragender besuch, wie ich denke, der allen was gebracht hat. Auch in den nächsten Wochen haben sich einige Besucher angekündigt. Meine Mama, Philipp und noch min. 3 andere Leute, die ich nicht kenne werden hier nach Burundi kommen. Full House also :)
Und die Zeit rast. Schon fast vier Monate bin ich hier. Unglaublich.
Naja ihr Lieben, machts euch gemütlich im kalten Deutschland und geniesst den Plätzchen Duft und die vielen Lichter,
bis bald
eure Kerstin

 Mittwoch morgen machten wir uns für drei Tage auf den Weg ins Landesinnere. Schon die Fahrt nach Muyinga war abenteuerlich, denn auf dem Weg dorthin hatten wir erstmal mehrere kleine Autopannen, da der Kühler (und wohl auch der Motor, wie wir später in der Werkstatt erfuhren) von Schlamm so verdreckt waren, dass das Auto nicht mehr richtig gekühlt wurde. Dies hatte bei den hügligen Strecken, die wir zurücklegen mussten die Folge, dass Qualm aus unserer Motorhaube aufstieg und sich der Kühlbehälter (wenn er nach einiger Zeit soweit abgekühlt war, dass man ihn anfassen konnte) mit einer vulkanartigen Explosion entlud. Der Fahrer hat dann jedes Mal neues Wasser bei den Leuten in den vereinzelt herumstehenden Häusern erfragt, dass sie uns auch (gegen etwas Geld als kleine Geste, wie es hier anscheinend üblich ist…)brachten. Er hat es dann reingefüllt und so kamen wir einigermaßen gut voran, als die Berge aufhörten war es gar kein Problem mehr.

Bevor wir nach Muyinga fuhren, machten wir einen kleinen Abstecher nach Ngozi, zu den Landwirtschaftsprojekten. Dort haben wir Kleidung und kleine Bäumchen an die Auszubildenden dort, sowie Decken an die Pygmäen verteilt. Die Pygmäen sind hier die unterste Klasse der Bevölkerung, ungefähr so, wie die „Untouchables“ in Indien. Sie hatten die Aufgabe einen Acker, der mit allerlei Dingen bewachsen war, umzugraben. Wirkliche Schwerstarbeit, für 800FB am Tag (ca. 80 Cent ). Die haben sich so über die Decken gefreut, dass sie plötzlich, inspiriert durch einen der damit anfing, alle begannen auf traditionelle Art und Weise zu singen und zu tanzen. Es klang toll und war irgendwie generell ein toller Moment und somit ein schönes Geschenk, das sie uns zurück gaben. In Muyinga angekommen sind wir zuerst ins Kinderheim dort gefahren. Es hat dadurch, dass dort nur ca 30 Kinder leben und sie das Wohnzimmer so gemütlich eingerichtet haben, eine richtig familiäre Atmosphäre. Nadine und ich haben dort dann auch übernachtet und wurden m nächsten morgen mit einem leckeren Stück weichem Bot, einer Avocado und warmer Milch mit irgendetwas undefinierbarem drin bewirtet. Wir haben uns richtig wohl gefühlt und morgens noch etwas mit den Kindern gemalt und gespielt. Dort habe ich auch zum ersten mal richtig gefroren hier in Burundi, obwohl ich 3 schalen mittelwarme Kleidung anhatte. Da konnte ich das erste mal seit langem ansatzweise nachvollziehen, wie ihr euch in Deutschland wohl fühlen mögt ;).Der Temperaturunterschied war jedenfalls beeindruckend, obwohl es ja auch in Buja in letzter Zeit ständig regnet. Regenzeit eben. Zuerst haben wir dann die Pygmäen in Muyinga besucht. Sie leben in ihren runden Strohbauten, wovon wir in eins sogar mal reingehen durften. Dort gibt es ein notdürftiges Lager für die Frau und den Mann, die Kinder müssen auf dem Boden schlafen- und das in der Kälte. Das war sowieso schlimm zu sehen dass dort viele Kinder in ganz dünnen, zerissenen Klamotten rumgerannt sind und vor Kälte gezittert haben. Wir haben unsere drei Jacken zur Auswahl und frieren immer noch und kommen dort an in unserem dicken Auto, jeder mit einer Digitalkamera bewaffnet und lehnen immer ab, wenn sie etwas erbetteln wollen. Komisches Gefühl. Auch dort haben 3 Kinde total süß angefangen zu tanzen und die hatten dort so coole, selbstgebaute Musikinstrumente mit Eisenstäben odersowas, die sich voll schön angehört haben.

 Nunja, dann haben wir noch weitere Landschaftsprojekte besucht und auch die Ernährungsstation, di im Moment zwar aus Geldmangel leider geschlossen ist, bald aber hoffentlich wieder geöffnet werden soll und auf der ich auch gerne einige Wochen (Monate?) arbeiten würde. War ganz interessant, diese endlich mal zu sehen und sich vorzustellen, wie es hier wohl aussieht, wenn ganz normaler Betrieb herrscht. Es hat auf mich aber alles einen guten Eindruck gemacht, und die Weiterentwicklungen des letzten Jahres waren deutlich zu erkennen. Ich bin mal gespannt was sich da so ergeben wird. Vor der Station saß auch eine Frau, die sehr krank war. Sie hatte sehr stark angeschwollene Beine, die an einer Stelle schon aufgeplatzt waren und das vereiterte Fleisch darunter zeigten. Wenn man nichts dagegen tut, wird es immer weiter aufplatzen und die Frau wird sterben. Verena meinte, dass das hier auf dem Land häufig so geht, weil die Leute nicht die Möglichkeit haben zum Krankenhaus zu gelangen, geschweige denn es dann zu bezahlen. Sie hat dann der Frau, die im Übrigen auch noch ein 2 Wochen altes Baby hat, das sie nicht versorgen kann, Geld gegeben um ins Krankenhaus zu fahren und sich was zu Essen zu kaufen. Dann mussten wir schon wieder los. Ein komisches Gefühl irgendwie, einfach wegzufahren. Einfach weiterzumachen im Tagesablauf und gar nicht mehr viel darüber nachzudenken… Beim Abschied war sie so schwach und hat so gezittert, dass sie uns noch nicht mal die Hand geben konnte.

 Dann wollt sich Verena noch mit Jemand treffen, in Cankuzo (?), wie wir dachten- dort sind wir dann hingefahren, über die schlechten Straßen, die wir ab Muyinga nur noch vorfanden. Eigentlich waren es immer nur Wege mit riesen Schlaglöchern. Die Schlaglöcher waren durch den Regen mit Wasser gefüllt, sodass jedes Mal eine rote Schlamfontäne aufspritze (Die Erde ist ja rot), wenn wi durch eins fahren mussten. Ausserdem sind die „Straßen“ total kurvenreich und manchmal findet sich plötzlich ein Stück Fels darin…

In Cankuzo angekommen fühlten wir uns, wie in „Lost-City“. Da wirkte alles wie in einer ausgestorbenen Westernstadt und es herrschte ein ganz komische Atmosphäre. Es hat nur noch das im Wind quietschende Metallschild gefehlt. Der Mann war dann auch nicht da, sondern doch wo anders sodass wir beschlossen weiterzufahren und ihn dann m nächsten Tag zu treffen. Alles in allem ist es echt ein Himmelweiter Unterschied, wenn man Bujumbura und das Landleben vergleicht. Bujumbura hat so gut wie alles, aber sobald man etwas mehr raus fährt ist man wieder total in der Pampa und die Leute haben nichts, keine Bildung, keinen technischen Fortschritt(damit meine ich jetzt Strom oder fliessend Wasser ect., nicht Computer o.Ä.) oder genug zu essen. Man fühlt sich manchmal wirklich ins Mittelalter zurückversetzt. Ich stimme den Leuten zu, die sagen, dass wenn man nur in Bujumbura lebt, man nicht wirklich in Burundi lebt, zu. Dort sind die Leute wirklich vom Rest isoliert…

 Auch die Landschaft ist total toll und wechselhaft. Manchmal fühlt man sich wie im Süden Europas oder der Karibik mit den vielen Palmen und Bananenstauden, dann wieder wie in Frankreich oder Deutschland, mit Hügellandschaften und Laubbäumen. Dann wieder wie in Irland; weite Graslandschaften mit Felsbrocken oder wie im ursprünglichen „Urwald, mit vielen Bäumen, Kakteen, Papyrospflanzen ect. Ausserdem wunderschöne Panoramaausblicke über weite Hügelformationen. Wir haben auch wilde Affen gesehen, sogar ziemlich große, al wir durch den Nationalpark Burundis gefahren sind. Auch ein Cameleon im vorbeifahren auf der Straße.

Nachdem wir neue Hausregeln für das Heim aufgestellt hatten, haben wir heute direkt eine in die Tat umgesetzt. Sie besagt, dass wir einmal die Woche alle zusammen (Heimleiter, Freiwillige und Kinder) etwas machen. Deswegen waren wir heute mit der ganzen Truppe von 65 Kindern am Saga-Plage. Hier ist ja immer noch tolles Strandwetter und alle hatten einen riesen Spaß. Es war schön mit anzusehen, wie die Kinder durch die Wellen getobt sind, auch wenn man seine Augen immer überall gleichzeitig haben muss, da sehr viele noch nicht schwimmen können und gerade die Kleinen immer mal wieder vorm absaufen bewart werden mussten ;). Hat aber super geklappt und der Tag wurde ausgelassen mit Wellenhüpfen, Im Sandeingraben, auf den Rücken der Freiwilligen reiten und Ballspielen verbracht. Schon allein die Fahrt dahin war cool. Wir hatten einen großen Bus gemietet, der die Kinder in zwei Fuhren transportiert hat und so langsam mit lauter Musik an und all unseren Kindern hinten im Bus durch die Stadt zu fahren und zuzuhören, wie sie sich über jedes neue Lied freuen, während draussen Afrika an einem vorbeizieht ist schon toll. Am Ende des Tages schienen alle glücklich und zufrieden zu sein und man hatte das schöne Gefühl einigen von ihnen wieder ein Stück näher gekommen zu sein. Ich freue mich schon auf die weiteren wöchentlichen Aktionen!

Ansonsten gibt es die Neuigkeit, dass Verena zwei unglaublich schnucklige Babys geschenkt bekommen hat, die jemand(eine verzweifelte Mutter?) in der Nähe von Gitega einfach achtlos auf die Straße geworfen hat. Dort in der Nähe befand sich eine Gesundheitsstation, die die beiden erst mal versorgt und geimpft hat, bevor man sie zu Verena gebracht hat. Es sind zwei Monate alte Zwillinge; ein Junge und ein Mädchen. Die beiden wohnen jetzt bei uns im Heim, zusammen mit einer Ziehmutter, die sich jetzt erstmal um die beiden kümmert. Wir haben die beiden natürlich auch direkt ins Herz geschlossen und spielen auch manchmal ganz gerne Ersatzmamas…  Wenn man so in die Gesichter der kleinen, wehrlosen, unschuldigen Schönlinge blickt fragt man sich unweigerlich, was die Mutter wohl dazu veranlasst hat sie einfach wie Abfall wegzuschmeißen. Wahrscheinlich Geld oder gesellschaftliches Ansehen….

Auch war der Prinz von Norwegen im Straßenkinderheim zu besuch. Es war ein riesen Presserummel und massig UN-Fahrzeuge in Kanyosha. Er hat den Trommeln gelauscht und die Jungs bewundert, die Geschichte zweier Frauen aus Kamenge, die vergewaltigt wurden angehört, eine Pressekonferenz gegeben, sich alles angeschaut und Geschenke entgegengenommen. Wir selbst haben nicht mit ihm geredet (dafür Verena ganz viel!) aer er machte einen ganz sympathischen und bodenständigen Eindruck.

Wir (Nadine und ich) haben es jetzt auch endlich auf die Reihe gekriegt unsere Arbeit in Kamenge anzufangen. So haben wir auch dort auf ein großes Tuch jeweils die Hand einer Mutter und daneben die ihres Kindes mit Fingerfarbe gedruckt. Ist auch ganz gut angekommen, ausser das manche ganz ganz kleine etwas angst vor der Farbe und der ganzen Prozedur überhaupt haben, sodass sie erst mal lauthals zu schreien anfingen. Ein anderes mal haben wir angefangen die Kleinkinder mit Creme zu massieren und die Mütter dazu angehalten, das selbe mit Ihren Kinder zu tun. Die Idee dahinter ist, die Beziehung zwischen Mutter und Kind zu stärken und das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass ein Kind nicht blos ein lästiges Anhängsel ist, sondern etwas Liebenswertes, Wertvolles.

Ansonsten werden auch immer mal wieder „schauer Geschichten“ an uns herangetragen, wie z.B. dass die kleine Schwester unserer Putzfrau an Meningitis gestorben ist und ein 2 Wochen altes Baby zurück gelassen hat. Verena sagt, dass sie immer sagen es wäre Meningitis gewesen, in Wirklichkeit sei es aber meistens AIDS. Der Bananenblattpostkarten und Siebdruck Künstler erzählte, dass einer aus der Familie seiner Frau vor ein paar Tagen abends mit dem Motorrad unterwegs war und dann von Banditen angehalten wurde, ihnen sein Motorrad zu geben. Als er dies verweigerte wurde er eiskalt abgeknallt.

Es sind immer wieder Kleinigkeiten, die einen darauf aufmerksam machen, in was für einem Land man sich eigentlich befindet weil die Wahrheit hier oft hinter einer so dicken Fassade verschwindet, dass man manchmal gar nicht mehr daran denkt.

Politisch läuft im Moment auch nicht so gut. Alle Funktionäre haben einen Streik angekündigt und um die Gehälter bestimmter Politiker um 33% erhöhen zu können schnellen hier alles Preise in die Höhe. Mal sehen, wie sich das so weiter entwickelt….

So langsam müssen wir uns auch (bei 30Grad und strahlendem Sonnenschein) anfangen uns Gedanken  über die Advents- und Weihnachtszeit zu machen. Wie wir alles gestalten, was und wem wir etwas schenken und so weiter- geplant ist auf jeden Fall ein Adventskalender für die Kinder hier im Heim. Das Bastelmaterial dazu wird bald aus Deutschland hier ankommen ( so was wie Basteln mit Ton- und Transparentpapier kennt man hier nämlich gar nicht) und wir können richtig loslegen ;)

An dieser Stelle möchte ich mich schon mal ganz herzlich bei den vielen Leuten bedanken, die sich an unseren Spendenaktion zu Weihnachten und eventuellen anderen sinnvollen Projekten beteiligen. Ich hätte niemals mit einer so großen Resonanz gerechnet und bin hellauf begeistert über so viel Engagement von allen Seiten. Vielen Dank dafür! Ihr seid toll!

 

Bis bald

Zieht euch schön warm an :-P

Eure Kerstin

 

Endlich wieder ein Lebenszeichen von mir aus dem fernen Burundi.

Hier geht alles seinen gewohnten Gang und trotzdem passiert jeden Tag wieder etwas neues.

Die vergangenen Wochen sind ein paar verrückte Sachen passiert.

Eine davon geschah, als Ruth und ich auf dem Weg zur Schule, zum Deutschunterricht mit den Lehrern und danach zum Strand, waren.

Ruth trug ein leichteres Sommerkleid, das kurz über dem Knie endete und beim gehen etwas hoch rutschte (in Deutschland halt ein ganz normales Sommerkleid, noch nicht mal mini oder sonst was). Schon auf dem Weg vom Berg runter in die Stadt wurden wir ungewöhnlich offensiv angestarrt und uns wurde noch mehr als sonst zugerufen und wir haben schon angefangen uns ein bisschen zu wundern. Wir dachten dann halt, dass es daran liegt, das sie selten Mzungus in Kleidchen zu sehen bekommen.

Oben am Berg, wo noch die etwas wohlhabenderenden, gebildeteren Leute wohnen ging es noch, als wir dann aber am Markt ankamen, wo sich die ganz normale Bevölkerung in Massen tummelt, nahm die ganze Sache ungeahnte Maßnahmen an. Dort angekommen wurde das Rufen zu Geschrei das sich wellenartig über große Flächen des Marktes und der „Busbahnhofes“ ausbreitete. Die Schreienden formierten sich dann auch zu einer riesigen Menschentraube, die hinter uns her (wir waren ja auf dem Weg zum Bus nach Kajaga) rannte und Sachen brüllte. Keine netten Worte der Begeisterung, des Erstaunens oder der bloßen zur Kenntnisnahme, sondern aggressives, erbostes Geschrei. Einer der Männer die uns entgegekam setzte sich auf dem Boden und wollte Ruth unter das Kleid gucken. Jeglicher Respekt oder Anstand schien beim Anblick dieses Kleides verschwunden zu sein. Am Bus angekommen wollte der Busfahrer auch zuerst nur mich reinlassen und Ruth nicht. Zum Glück hat sein „Assistent“, der das Geld und die Leute einsammelt, Ruth schnell reingewinkt und sie durchgelassen. Im Bus hat uns dann ein Mann erklärt, dass man mit einem solchen Kleid, das kurz über den Knien endet gegen die Sitte und Tradition Burundis verstößt. Wir hätten Glück, dass wir Weiße wären und dass man früher die Kleider „solcher“ Leute zerissen hätte. Er meinte, dass es am Strand schon okay wäre so rumzulaufen und das er schon wüsste, dass es in Europa wahrscheinlich normal wäre, aber die meisten Leute hier eben nicht.

 

Auch haben wir jetzt noch ein neues Projekt oberhalb des Heimes auf dem Berghang angefangen. Dort steht eine sogenannte „mobile Schule“. Das heißt, dort steht eine Hütte mit zwei Räumen, aus losen Brettern und Hölzern zusammengezimmert (man kann noch durch die Hölzer rausgucken). Die Bevölkerung dort oben ist sehr arm, sie haben nur notdürftig zusammengezimmerte Verschläge improvisiert- mit Tüten, Planen, Hölzern, Blechen und was sich sonst noch so finden lies. In der Schule gab es bis vor einer Woche nur eine erste Klasse, die aber von 51 Schülern besucht wurde. Das ist natürlich viel zu viel für eine Lehrerin und eine gute Lernatmosphäre- ausserdem ist es dort so, dass das verkürzte Lernprogramm gelehrt wird- ein sogenanntes Aufholjahr, in dem die Kinder den Stoff von zwei Schuljahren in einem lernen sollen. Die Lehrerin wollte gerade Zettel verteilen, dass die Eltern die kleinen Kinder Zuhause lassen müssen, da waren wir zufällig da und waren von der Aufgewecktheit, Aufgeschlossenheit und Fröhlichkeit dieser Kinder so beeindruckt, dass wir sofort wussten: hier wollen wir was machen! So kam uns die Idee einen Kindergarten für die Kleinen einzurichten, was wir jetzt auch machen. Unterstützt werden wir dabei von einem Erzieher, was auch dringend nötig ist, weil die Kinder nur Kirundi können. Wir sind gestern das erste mal im Kindergarten gewesen um dort etwas zu machen. Mitlerweile sind dort auch schon wieder 50 Kinder angemeldet. Nichts für schwache Nerven, wenn man zu zweit vor so einem Haufen steht und denen irgendwas erklären will, obwohl man die Sprache des jeweils anderen nicht spricht….(wir wollten Boote falten). Ball spielen war auch zunächst etwas schwierig, weil die Kinder oben überhaupt kein Spielzeug besitzen und sich dann immer, wenn ein kleiner Kind den Ball zu jemand anders werfen wollte, alle hinter dem ball her, auf den Ball gestürzt hat und sich dann auf einen Haufen auf den Ball geworfen haben, da dieser etwas so besonderes für sie war. Der unterste des Haufens hatte da natürlich nicht den besten Platz mit zehn Kindern auf sich drauf ;) Naja nach einer Weile hat das mit der Hilfe des Erziehers aber einigermaßen geklappt. Die Kinder dort sind auch total offen und zutraulich und freuen sich noch an fast allem. Ich glaube sie sehen auch nicht besonders oft Mzungus, denn einige Kinder waren ganz fasziniert von meiner weißen Haut und haben sie gestreichelt und inspiziert. Ausserdem wollen mir immer viele (auch hier unten im Heim) meine Muttermale wegwischen, weil sie denken es sei Dreck oder irgendein Stich ;)

 

Ansonsten hatten wir in den letzten Wochen viel Kontakt mit Deutschen  und Niederländern, die uns hier besucht haben.

Einmal von einer Funkertruppe, von denen eine Frau schon in Deutschland Kontakt mit uns aufgenommen hatte, da sie auf unserer Website von der Spendenaktion gelesen hatte. Wir durften sie und die ganze Truppe im Club de Vacances treffen. Dort hat die Funkertruppe ihre Antennen aufgebaut und mit der ganzen Welt gefunkt. Ein interessantes Hobby, da sie echt sehr viel in der Welt herumkommen, auch an Orte, an die sonst kein Mensch kommt („Inseln mit nur Felsen und Mövenschiss“, wie sie selbst so treffend sagten ;)) und Länder aller Welt. Wer sich näher dafür interessiert kann ja mal auf ihrer Website vorbeischauen : www.dl7df.com

Die Sabine und die Funker haben uns auch mit sehr tollen Spenden unterstützt. Vielen Lieben Dank dafür! Wir werden es hier sicher sinnvoll einsetzen und so manche Freude bereiten können.

Auch der Besuch zweier Weltenbummler war sehr interessant. Tanja und Kim, zwei Deutsche, sind vor einem Jahr mit ihrem mobilen Schlaf-Jeep in Deutschland aufgebrochen und reisen seitdem durch Afrika. Schon bis nach Burundi sind sie gekommen und wer weiß, wo ihr Weg sie noch hinführen wird. Sie haben auch eine Internetseite: www.hinter-dem-horizont.de. Euch auch vielen Dank für alles und Gute Reise!

 

Soweit so gut.

Den Kindern hier im Heim geht’s gut, sie gehen brav zur Schule und haben jede Menge tests zu bewältigen. Ansonsten ist hier alles beim alten.

Noch eine witzige Geschichte: Wir haben ja die Wand des Kindergartens bemalt. Unter anderem auch mit einem afrikanischen Mädchen, das auf einem Vogel über die Landschaft fliegt (haben wir aus einem afrikanischen Kinderbuch). An einem Tag nimmt mich die Kindergärtnerin (die Gewiss nicht dumm ist) beiseite und fragt mich, was das denn sei, und zeigt auf den Vogel mit dem Mädchen. Ich habe ihr dann gesagt, dass das ein Vogel ist und ein Mädchen, dass auf dem  Vogel über die Landschaft fliegt. Da sagt sie ganz zögerlich: mh…ja, also sie stelle sich das ja schwer vor, sich auf einen Vogel zu setzen und dann damit zu fliegen…. Da musste ich estmal lachen und habe ihr erklärt, dass das nur eine Phyntasiegeschichte ist und  das bei uns in Europa auch nicht möglich ist ;). Jaja, das magische Europa.

 

Des weitern habe ich gerade angefangen Gitarre zu lernen. Alain, ein sehr intelligenter Junge, mit sehr sehr gutem (wenn nicht sogar absoluten?) Gehör bringt es mir bei und ich freu mich schon drauf, vielleicht irgendwann so gut spielen zu können, wie er. Er ist auch ein sehr guter Lehrer ;)

Hier können auch voll viele Kinder total gut und sachgetreu zeichnen und sind sehr motiviert. Sowieso, wenn man mal bedenkt, dass hier viele neben ihrer eigentlichen Muttersprache Kirundi noch fliessend Französisch sprechen, zeigt das, dass die Leute hier ganz und gar nicht auf den Kopf gefallen sind. Auch neues verstehen alle immer recht schnell- schade dass man dieses Potential bei so vielen nicht fördern kann.

 

Tusozubira!

Kerstin

 

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